Braucht die unterentwickelte männliche Spezies etwas Förderung?

Der Blog von @geschlechterunddifferenz  ist recht interessant. Zum einen hat sie  sehr interessante Beiträge, da sie offenbar eine Alltags-Feministin ist und Themen aus diesem Gebiet vorstellt. Allerdings ist sie ebenfalls eine Vertreterin des “Frau-Besser” Feminismus.
Und nicht nur dieser Kommentar ist sehr erhellend in dieser Hinsicht

Zuerst macht sie klar,  dass Mädchen in Fächern in denen sie noch etwas zurückliegen, es nur Diskriminierung sein kann, die hier verhindert, dass diese ebenso technisch und mathematisch begabt dastehen.

Von Mitschülern, Lehrern, dem gesamten Umfeld ganz egal ob männlich oder weiblich. Dass Mädchen schlechter in MINT sind, wird doch wirklich überall vermittelt. Viele Lehrerinnen sind da auch überzeugt von, ja. Und Mädchen werden bei “normaler” Begabung für MINT seltener gefördert als Jungen.

Diese Vorstellung, dass Mädchen hier gehindert werden ihr Potential zu entwickeln, wird ganz schnell zur angeborenen Schwäche und Unvermögen, wenn es um die Bereiche geht wo Jungs schwächeln.

In welchen Bereichen Jungen gefördert werden sollen? Ich würde sagen, in allen in denen Jungen im Mittel eben nicht so gut sind. Besonders wichtig ist das im Bereich Lese-/Schreibkompetenz.

Einerseits, das scheint mir tatsächlich wissenschaftlich erwiesen, ist es wohl tatsächlich so, dass Mädchen im Mittel etwas früher entwickelt sind, was sich u. a. auf Konzentrationsfähigkeit und Aufnahmefähigkeit auswirkt, dann aber später wieder ausgleicht.

Nein  @geschlechterunddifferenz  Jungen entwickeln sich nicht langsamer und ziehen dann erst kurz vorm Erwachsenwerden gleich. Dieser Mythos ist recht alt und falsch.  Er wird  gespeist durch die Sicht vieler Frauen dass Jungs im Alter von 12-15  meist Vorbilder wie Superhelden habe, sich für Abenteuergeschichten interessieren und viel spielen. Hingegen machen sich Mädchen bereits Gedanken zu Beziehungen, um ihr  Aussehen , Schminken und um sich selbst. Das diese Mädchen in dieser Phase hysterisch kreischend vor Boybands stehen,  Unterwäsche auf die Bühne werfen,  sich vor Hotels rumtreiben damit sie einen Blick auf die Jungs erhaschen, sich in ihr Zimmer schleichen oder nach Auflösung von Boybands auch mal an Selbstmord denken, wird ignoriert. Frauen schauen da recht wohlwollend nostalgisch auf ihre Töchter und sehen nur die Wiederholung ihrer Jugendzeit, aber kein unreifes Verhalten darin.

Für Jungs gilt diese Einschätzung nicht.  Diese nehmen diese ideologisch verblendeten Frauen nicht nur zu Hause, sondern auch als Lehrkräfte in den Schulen als völlig unreif wahr. Die wollen keine Beziehung? Unreif!  Die interessieren sich nicht für Alltagsgeschichten,  sitzen nicht mit andern Jungs zusammen und reden ständig darüber wie, wo und wann sie mit wem was gemacht haben? Unreif! Sie betrachten die Jungs daher als weniger entwickelt als Mädchen und bewerten sie dann auch unbewusst so. Der Unterricht wird zur Demonstration, dass Buben sich an den Mädchen ein Beispiel nehmen sollen. Auch Männer in Schulen übernehmen diese Sichtweise und treiben den Mythos “Mädchen lernen besser” voran und vermitteln den männlichen Schulkindern,  dass sie minderbegabt sind.

Dann ist sehr interessant, dass Jungen zwar wohl schon immer etwas schlechtere Schulnoten als Mädchen hatten, aber sich diese seit den 70ern noch einmal verschlechtert haben.

Hier wird es sehr spannend. Jungs hatten schon immer schlechtere Schulnoten als Mädchen? Warum wurde dann in den 70ern mit allen Mitteln eine Mädchenförderung durchgeführt. Warum hat es eine Neuorientierung gegeben? Warum sprach man von Notenrückstand der Mädchen und begründete diesen durch Diskriminierung der weiblichen Schüler?  Warum maturierten damals deutlich mehr männliche Schüler und heute ist es umgekehrt? Warum studierten und promovierten damals viel mehr männliche Studierende und heute ist es umgekehrt?
Dieser eklatante Widerspruch fällt ihr gar nicht auf.  Fast typisch für die Unlogik und die Unstimmigkeiten in den Überzeugungen des heutigen Feminismus.

Und der nächste Absatz ist echt seltsam.

In etwa seit den 70ern ist es üblich geworden, auch Mädchen höhere Bildung zukommen zu lassen. Und das führte dazu, dass bestimmte Felder auf einmal weiblich besetzt sind und das Etikett “für Mädchen” tragen: Lesen/Schreiben, Musik, Zeichnen …. Klar fühlen sich Jungen von Fächern mit dem Etikett “für Mädchen” abgeschreckt – das hatten diese Fächer bis dahin einfach nicht.

Also Fächer wie “Zeichnen, Musik” waren ab den 70ern für Mädchen?  “Lesen, Schreiben” machten nur noch Mädchen?   Was hat “Lesen, Schreiben” mit höherer Bildung zu tun? Das sind samt Rechnen die Grundfähigkeiten, die seit der allgemeinen Schulpflicht, allen Kindern vermittelt werden.  Deswegen lesen Jungs weniger, weil Mädchen mehr lesen? Eigenartige Argumentation.

Und wieder wird ein Klischee beschworen. Die Jungs sind viel wilder als Mädchen.

Dazu kommt noch, (ein Gedanke von Robin, den ich sehr plausibel finde) dass ebenfalls seit den späten 60ern/frühen 70ern, die “schwarze Pädagogik” endgültig abgeschafft wurde. Diese hatte “wilde Kinder” bis dato sehr brutal diszipliniert. Das fiel nun weg, aber man versäumte es gleichzeitig, die übliche Form des Frontalunterrichts mit langem Stillsitzen wirklich zu hinterfragen.

Die Vorstellung dass die im hohen Übermaß weiblichen Lehrkräfte, ihr eigenes Geschlecht ebenso überbewerten, wie es die männlichen Lehrkräfte als sie noch zu 90% die Schulen bevölkerten mit den Jungen taten,  ist für weder für sie noch andere Feministinnen denkbar und daher ist auch keine Nachforschung notwendig.

Der schrumpfende Abstand im mathematischen und technischen Bereich war und ist Benachteiligung aufgrund des Geschlechts.  Der wachsende Abstand zu den Mädchen ist deren Problem der Jungs selbst.

Diese Bloggerin aus der feministischen Szene ist geradezu ein Paradebeispiel, wie blickverengend diese Geschlechterideologie, die als solche gar nicht von den Anhängerinnen gesehen wird,  und wie schädlich dieser aufgrund der männerverächtlichen Glaubensvorstellungen auf unseren männlichen Nachwuchs wirkt.  Erklärungsmodelle werden fast ausschließlich  dahingehend aufgebaut, zu beweisen, wie weniger Männer fit sind als Frauen für die heutige Welt und dass weibliche Menschen keinerlei Anteil haben an irgendwelchen Problemen von männlichen Menschen.
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Bildquelle: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/geschlechterrollen-in-der-schule-faul-fahrig-junge-12145909.html

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5 thoughts on “Braucht die unterentwickelte männliche Spezies etwas Förderung?”

  1. Warum maturierten damals deutlich mehr männliche Schüler und heute ist es umgekehrt? Warum studierten und promovierten damals viel mehr männliche Studierende und heute ist es umgekehrt?

    Zumindest für Deutschland gilt, dass das staatliche Leitbild der Hausfrauenehe seine Auswirkungen hatte. Mädchen wurde oft nahegelegt Kochen, Putzen und Waschen zu lernen damit sie einen guten Ehemann abbekommen würden. Für ein Leben als Hausfrau reicht schlicht und ergreifend ein einfacher Hauptschulabschluss.

    Den Schuh müssen sich allerdings nicht Schulen und Lehrer anziehen, sondern vielmehr deren Eltern und Großeltern.

    Letzendlich beschreibt diese Feststellung wohl einen wichtigen zu kritisierenden Grundsatz:

    Der schrumpfende Abstand im mathematischen und technischen Bereich war und ist Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Der wachsende Abstand zu den Mädchen ist deren Problem der Jungs selbst.

    Auffällig ist allenfalls, dass die anhaltenden relativ erfolglosen Versuche, Mädchen Richtung MINT zu bewegen nur mit noch mehr Förderung und Ideen von positiver Diskriminierung beantwortet werden. Offensichtlich reitet man damit ein totes, nie lebensfähig gewesenes Pferd.

    Solange man Mädchen und Frauen einredet, dass sie sich mit Studium und Karriere selbst verwirklichen sollen, und sei es mit brotloser Kunst; statt offen zu sagen, dass sie einen guten Job brauchen um frei und unabhängig zu sein wird sich auch nichts ändern. Bis dahin werden Frauen vermutlich weiterhin Studienfächer wie Germanistik, Afrikanistik oder Gender Studies ohne nennenswerte Karrierechancen belegen.

    Und Mädchen werden bei “normaler” Begabung für MINT seltener gefördert als Jungen.

    Begabung bedeutet noch lange nicht Interesse oder Ausbildungs- und Berufswunsch. Nur weil ich zum Beispiel recht geschickt mit der Nähmaschine umgehen kann wollte ich nie Näher oder Schneider werden.

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  2. Sorry, ich bin gerade nicht in der Stimmung mir irgendwelche verquasten Margretfeministinnen reinzuziiehen um mir dann Deine Erwiderung durchzudenken. Vielleicht später.

    Jetzt nur das: “Jungen entwickeln sich nicht langsamer und ziehen dann erst kurz vorm Erwachsenwerden gleich. Dieser Mythos ist recht alt und falsch.”

    “Und wieder wird ein Klischee beschworen. Die Jungs sind viel wilder als Mädchen.”

    Hast Du eigentlich irgendeinen Kontakt zu männlichen und weiblichen Schülern? Jungs sind wilder. Geh mal in eine 6. oder 7. Klasse. Die Mädchen sind sichtbar körperlich weit entwickelt. Sie sind zB meist einen Kopf größer, sie stecken oft schon tief in der Pubertät. Die Jungs? Sammeln Fußballkarten und toben. Der Gedanke, daß das vorziehen der Einschulung und die Verkürzung der Schulzeit sich insbesondere schädlich für Jungs auswirkt (strukturelle Benachteiligung…) liegt recht nahe.

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    1. Na dann. Dann ist ja alles in Ordnung.
      Die Mädchen sind schon tief in der Pupertät. Und die Jungs die sind nicht in der Pupertät? Und das erkennt man daran, das Mädchen sich für Pferde, Bibi Blocksberg und BoyBands schwärmen und sich mit Jungs beschäftigten?
      Aha Die Mädchen sind sichtbar körperlich weit entwickelt. Eine 12 jährige? Größenwachstum? Und das schließt auch geistige Reife ein?

      Über die Wildheit von Mädchengangs, kann dir jederzeit die Polizei Auskunft geben, die schon seit Jahren mit immer mehr Aggresivität von weiblichen Jugendlichen konfrontiert ist.

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      1. Oh, wow. Letztens verniedlichstes Du das Leid von Jungs, jetzt bist Du mädchenverachtend, unter anderem indem Du Dich gepflegt über deren Pubertät lustig machst. Da ist die Beschwörung der großen Gefahr von Mädchengangs nur noch das Sahnehäubchen.

        Worum geht es Dir wirklich?

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