Spezialisierung verboten!? Kritik an der Kritik an Plan Deutschland

Zuerst zum Nachtrag “Spezialisierung verboten? in dem gesagt, wird Maskul(in)isten würden behaupten nicht zwischen männlich und weiblich zu differenzieren, sondern sich, anders als der Feminismus, nur auf Menschen beziehen. Aber das ist kein Maskulismus, sondern Equalismus wie ich ihn auch lebe. Menschen die für Menschenrechte aller gleich eintreten. Nicht etwa für spezialisierte Gruppen aufgrund von Geburtsmerkmalen wie Geschlecht, Hautfarbe oder Geburtsort.

Equalismus kennt gruppenbezogen nur gesetzliche Diskriminierungen. Zwar gibt es gruppenbezogene Diskriminierung ohne zugehöriger rechtlicher Minderstellung, wie Rassismus, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit und andere. Aber die Benachteiligung selbst ist immer individuell. Ein Gruppe ist nie als Gesamtes benachteiligbar, sofern dies nicht durch offiziell sanktionierte Vorschriften oder Gesetze festgeschrieben ist. Benachteiligt wird immer nur der einzelne Mensch aus diesen Gruppen.
Das Wahlrecht nur für Männer war so eine gesetzliche Benachteiligung für Frauen. Zwar abgeschwächt, weil Frauen auch nicht ihr Leben einsetzen mussten zur Verteidigung ihres Landes, aber dennoch vorhanden. Die Vormundschaft des Mannes im Ehegesetz war ebenfalls eine solche gesetzliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gegenüber den Ehefrauen.
Dann und nur dann, ist es möglich dass eine Gruppe gesamt diskriminiert wird, jeder der dieses (meist) nicht selbst gewählte Merkmal aufweist, gleichermaßen benachteiligt ist. Dagegen nehmen wir das niedrigere Pensionsalter von Frauen, trotzdem sie deutlich älter durchschnittlich werden als Männer. Dies wird oft damit begründet, dass ja Frauen die Hauptlast der Kinderarbeit tragen würden. Und dann denkt man kurz nach und fragt sich warum eine Frau die gar keine Kinder hat, trotzdem früher in Pension gehen darf als ein Mann der keine Kinder hat. Sofort wird klar, warum es keine gruppenbezogene Diskriminierung ohne gesetzlicher Vorschrift geben kann. Es kann jedes Mitglieder der Gruppe eine Benachteilgung treffen, aber es muss nicht, da es keinen Zwang gibt.

Daher ist aber auch eine gruppenbezogene Förderung falsch, solange keine solche sanktionierte Grundlage gegenüber einer Gruppe dafür besteht. Denn sie isoliert eine Hilfssituation die auf alle Menschen zutreffen kann, auf eine bestimmte Gruppe und privilegiert diese für die Hilfeleistung.
So wie hier bei dem Plan Deutschland und der Kinderarbeit. Dadurch das in den Ministerien Gender-Budgetierung durchgeführt wird, wird auch das Geld nur noch einer Gruppe zugeführt und zwar rein nur aufgrund von Geschlecht, nicht aufgrund von Situation.
Es ist als ob eine Ärztin zu einer Unfallstelle kommt und dort zunächst mal die Verletzen nach Geschlecht gedanklich sortiert und dann nur bei der Frauen und Mädchen die am nötigsten Hilfe brauchen, diese leistet. Aber Männer und Jungs die genauso schwerverletzt sind, erst mal außer Acht lässt, bis die meisten weiblichen Personen versorgt sind. Genauso ist es hier. Es scheint so richtig zu erscheinen, wenn “Frauenföderung” , “Frauenhäuser” , “Frauenhilfe” gemacht werden, aber so falsch ist es. Not hat kein Geschlecht, keine Herkunft, keine Hautfarbe, kein Geburtsmerkmal. Not ist immer gleich.
Der Mensch der kein Heim hat und kein Essen, der ist ein Mensch in Not, sonst nichts. Kein Weißer, kein Schwarzer, kein Einheimischer, kein Flüchtling oder “Ausländer”, kein Mann und keine Frau.

Nur ein Mensch.

Nein, es braucht keine Spezialisierung der Hilfe aufgrund Geburtsmerkmale. Den die Kinder die in Bergwerken arbeiten und sterben, die auf Felder verenden, die in Fabriken dahin vegetieren, denen ist es egal ob die Hilfe aus dem Topf oder aus dem Topf kommt. Hauptsache sie kommt überhaupt. Da in Mädchen und Buben zu teilen und Mädchen viel mehr Hilfe zu geben, weil es politisch gerade so in ist, ist nicht nur falsch, es ist menschenverachtend.

gleichheitunddifferenz

Auf dem Blog Geschlechterallerlei hat Gerhard eine Kritik an der Hilfsorganisation Plan veröffentlicht, die ich so nicht stehen lassen kann.


Seine Kritik bezieht sich dabei im Wesentlichen auf zwei Punkte:
1.„(…)“Plan International Deutschland e.V.” (ist) ein Verein, der sich vorgeblich um benachteiligte Kinder in der dritten Welt kümmert, tatsächlich aber gerne mit Aktionen und Werbung auffällt, die fast ausschließlich Mädchen im Fokus haben.“
2. Der zweite Punkt wirft PLAN vor, ein Konzept von „toxischer Männlichkeit“ zu vertreten und macht das an einem Antwortschreiben von Plan fest, in dem zu lesen ist:
„Viele Jungen lernen während ihrer Sozialisation, was von ihnen erwartet wird, um später als „richtiger Mann“ in der Gesellschaft anerkannt zu werden. So wird ihnen zum Beispiel vermittelt, dass sie keine Schwäche oder Gefühle zeigen sollen, dass Mädchen und Frauen weniger wert seien als sie selbst, und dass sie als Jungen und Männer Macht über sie haben. Dabei…

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2 thoughts on “Spezialisierung verboten!? Kritik an der Kritik an Plan Deutschland”

  1. Dasselbe Beispiel müsstest du dann nur eben auf alle spezialisierten Hilfsorganisationen anwenden oder auf alle, die spezialisierte Projekte am Laufen haben, also quasi wirklich auf alle Hilfsorganisationen, denn ohne Spezialisierung geht es nicht – sei es auf Kinder, auf Alte, auf bestimmte Einwohnergruppen … Auf Kinderarbeit liegt der Schwerpunkt von Plan ja gar nicht. wenn, dann eher auf Bildung.

    (Übrigens, nur nebenbei, geschieht genau das, was Du beschreibst, im Katastrophenfall z. B. einer Massenkarambolage oder einem Terrorangriff: Es wird ausgesondert. “Wer hat eine Chance, wer wahrscheinlich nicht” oder anders auch “Wer ist besonders schwer verletzt, wer schafft es noch eine Weile ohne ärztliche Versorgung”, Kinder zuerst …).

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    1. Ja Genau das habe ich ja benannt. Hilfe im Katastrophenfall oder Massenunfälllen wird situationsbezogen nach Hilfebedürftigkeit des Einzelnen gegeben, nicht gruppenbezogen. Nicht mal Kinder werden automatisch als mehr rettungsnotwendig betrachtet, wenn alle Kinder leichtverletzt sind und ein älterer Mann oder Frau schwerverletzt.

      Niemand selektiert Opfer nach Geschlecht, so wie es “Plan Deutschland” tut (tun muss offenbar, weil sie nur für Mädchenhilfe Förderungsgelder bekommen)
      Niemand selektiert z.B: nach Hautfarbe. Und das in einigen Fällen bei der Flüchtlingshilfe Menschen nur weil sie hier geboren worden sind, (möglicherweis aber nur aus einem Missverständnis heraus) von Hilfeleistung ausgeschlossen wurden, obwohl genauso obdachlos und hungrig, ist sowieso ein aufklärungswürdiger Skandal der Sonderklasse.

      Es gibt einfach keinen Grund Hilfe im Kampf gegen Kinderarbeit nach Geschlecht zu verteilen. (Um diesen Aspekt geht es hier) Eine Spezialisierung macht hier keinen Sinn, außer man findet das zufällig weiblich geborene Menschenkinder generell mehr Hilfe bekommen sollten als zufällig männlich geborene Menschenkinder in der selben(!) Situation.

      Dann natürlich müsste ich dir zustimmen. Dann allerdings müsste ich dich auch als Geschlechterrassistin betrachten. Denn dies wäre nicht anders, als wenn du finden würdest alle Menschen mit einer bestimmten zufällig angeborenen Hautfarbe sollten generell mehr Hilfe bekommen als andere mit einer anderen. Ich nehme an, eine Organisation die ein Hilfsprogramm nur für weisse Kinder aufzwiehen würde, hätte nicht ganz deine Zustimmung,, Oder?

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