DER Feminismus ist dies und das, aber DEN Feminismus gibt es nicht?

Je mehr ich in die Materie der Frauen- und Männerrechte eintauche, umso mehr wird mir klar, dass eine Behauptung “der Feminismus” würde nicht existieren, grundfalsch ist. Ja sogar kontraproduktiv. Wäre es so, könnten Medien nicht über “Der neue Feminismus sieht besser aus” schreiben. Sie könnten nicht feministische Erklärungen drucken. Es gäbe keine feministischen Veranstaltungen und feministische Literatur. Es gibt den Feminismus also. Und es gibt Strömungen darin. Sehr gegensätzliche Strömungen teilweise.

Feminismus ist aus meiner Sicht sowohl die Anerkennung der Gleichwertigkeit alle Menschen, aber auch gleichzeitig eine Höherbewertung des Geschlechtlichen, als es bisher der Fall war. Man versucht herauszufinden wie sich die Geschlechter unterscheiden und wo sie ähnlich sind. Durch diese Analyse wurde aber auch gesellschaftlich diese Spaltung durchgeführt. Es wurde die Masse “Frau” und die Masse “Mann” geschaffen. Ungefähr so wie es bei den “Rassen” der Fall war. Auch die “Rassen”theorien die keine Ahnung noch von der minimalen genetischen Differenz hatte. die zwischen allen Menschengruppen besteht wie man sie auch trennen mag, war sich sicher, dass “Rasse” etwas elementares ist. Der Feminismus denkt ähnlich. Dies drückt sich vor allem in den Gender-Studies aus, wo jede Art von Bezug aufgrund des Geschlechts untersucht wird. Auch z.B: wie weit die weiblichen Betroffenen von Hochwasserkatastrophen besonders betrachtet werden müssen, was für spezielle Programme diese im Notfall bräuchten.
Aus meiner Sicht werden auch hier spätere Generationen, wenn die Hirnforschung voranschreitet und der “psychische Code” entschlüsselt wird, beweisen, dass hier ebenfalls unbrauchbare “wissenschaftliche” Konzepte angewandt wurden und die angebliche Differenz wird auf einen Rest zusammenschmelzen, der nur noch in wenigen Forschungsbereichen eine Rolle spielen wird.

Der equalistische Feminismus sieht keine biologische Unterlegenheit des Mannes und auch keine soziale Unterlegenheit, so alle Geschlechter neutral behandelt werden. Diese gesellschaftliche Strömung arbeitet daran, das Geschlecht möglichst zu neutralisieren und sieht dabei eine Hauptaufgabe, die bisherige “giftige maskuline Sozialisierung ” durch eine “positive Maskulisierung” zu ersetzen. Auch “giftige feminine Sozialisierung” wird bekämpft wie man am Kampf gegen die “Rosafalle” sieht #pinkstinks. Da aber die bisherige Männergeneration durch ihre Sozialisation “vergiftet” ist, muß erst eine neue Generation entstehen, die davon frei ist. Jede Art von Festhalten von Männern an ihrer “Maskulinität” ist daher ein Rückschritt und muß schärftens bekämpft werden.

Der biologistische Feminismus (Differenzfeminismus) geht ebenfalls von einer Gleichheit der Geschlechter aus, jedoch sieht sie diese in unterschiedlichen Bereichen. Die “Maskuklinität”wird hier nicht mit “Giftigkeit” sondern mit “Unbrauchbarkeit in der heutigen Zeit” verbunden. Daher wird die Machtfähigkeit des Mannes angezweifelt, weil er ja bewiesen hat, dass Kriege und Machtstreben offenbar die Folge ist, wenn er allein oder überwiegend herrscht. Daher möchte man alle Macht- und Bildungsbereiche mit zumindest der Hälfte Frauen besetzen um diese Gefahr in Zukunft eindämmen. Die Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund des Geschlechts wird hier klar vorgenommen und auch deren Pauschalität nicht hinterfragt. “Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus”

Das sind erst mal die beiden großen Lager des Differenzfeminismus und des Gleichheitsfeminismus. Für die einen ist die Geschlechterrolle primär biologisch bedingt. Für die andere ist es die Gesellschaft, die Sozialisierung, die das Hauptgewicht bei der Prägung einer Rolle ausmacht. Im Differenzlager verbirgt sich auch noch dazu ein kleiner radikaler faschistoider Teil der Frauen per Geburt als das begabtere und bessere Geschlecht ansieht, dass geeigneter ist als die “Brut der cis-Männer” an der Macht zu sein. Ein kleiner geschlechterrassistischer Teil davon nur, aber ein sehr lauter und gefährlicher und politisch immer einflussreicher. Dieser Teil der nicht mit dem Feminismus zu tun hat, sich nur der Methodiken und Materialien bedient um eine menschenverachtende Ideologie zu verbreiten, bezeichne ich als Misandrismus.

Und dann der letzte Teil im Feminismus der sich tatsächlich um Menschenrechte ALLER Menschen aber mit Schwerpunkt “weiblich” Sorgen macht und dafür in aller Welt kämpft. Dieser Teil tritt auch für die Rechte von männlich Geborenen ein, wo sie dafür noch Zeit finden.

Damit Frauen, die durch ein strukturelles System der Zweitrangigkeit als generell benachteiligt betrachtet werden, aus dieser Unterdrückung “befreit werden” und sich überall einbringen können, werden im Feminismus verschiedene Methoden eingesetzt. Eine davon ist die sogenannte Brückentechnologie der “Quote”. Damit soll so schnell wie möglich erreicht werden, dass der “weibliche” Anteil der in der heutigen Zeit als besonders notwendig angesehen wird, in allen Bereichen der Gesellschaft, Parteien, Veranstaltungen, Institutionen usw. repräsentativ zur Bevölkerung eingebracht werden kann. Dieser Hebel wird überall eingesetzt wo Frauen unterrepräsentiert sind. #50prozent

Das also ist mein Bild, wie sich mir der Feminismus zeigt. Und allem bis auf einen kleinen Teil ist eines gemeinsam. Hier definiert Frau wie Mann zu sein hat, was richtig und was falsch ist. Was der Mann darüber denkt? “Who cares”, habe ich vor kurzem gelesen von einer einflussreichen Feministin.
Und so wird es auch gelebt. Die Meinung eines Mannes im feministischen Diskurs ist maximal die Hälfte wert oder oft sogar gänzlich unwichtig.

Ohne weiters Nachdenken kann ich also sagen, es gibt den Feminismus. Es gibt ein Gesamtbild und es gefällt mir nicht. Deswegen werde ich jetzt nicht plötzlich Antifeminist. Aber meine Kritik bezieht sich bereits auf einen großen Teil dieser Bewegung, die Pop(ulär)-Femi(nismus). Denn seit den 70er Jahren in denen der Gleichberechtigungsgrundsatz über Bord geworfen wurde und sofortige Gleichstellung aller Frauen gefordert wird, schreitet die Entrechtung von Männern, speziell heterosexuellen Männern, den cis-Männern, zuerst in den untersten Schichten die sich effektiven rechtlichen Beistand nicht leisten können, bis jetzt bis hinauf in die Wohlstandebene, weil die Gesetzesumsetzung nur noch den Schutz der überall von Gewalt bedrohten Frau vor Augen hat, immer mehr fort. Und ich sehe nicht die mindeste wirksame Gegenbewegung im Feminismus die sich um die Unteilbarkeit aller Menschenrechte annehmen würde.
Es ist nicht nur das Versagen der Männerrechtler, die gegen die Attacken sie seien Frauenfeindlich und Nazis keine Abwehr finden und deren produktiver Beitrag ist, immer neue Selbstbezeichnungen zu erfinden. Sondern auch der Großteil-Feminismus ist schuld, der Kampf für Männerrechte als abartig ansieht, der Menschenrechte nur noch für Frauen als wichtig sieht und dem männlich geborene Menschen auch die Kinder, die Jungen herzlich egal geworden sind.

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One thought on “DER Feminismus ist dies und das, aber DEN Feminismus gibt es nicht?”

  1. Es ist richtig, wenn darauf verwiesen wird, dass es den Feminismus nicht gibt, aber es ist gleichzeitig in der tat ein Strohmann.
    Es gibt jedenfalls einige Strömungen, die vorherrschend sind. Und innerhalb dieser ist der genderfeminismus absolut bestimmend. Und innerhalb des genderfeninismus verliert wiederum ein solcher nach Beauvoir wie zB von schwarzer vertreten immer mehr Boden gegenüber einem Feminismus nach Butler. Dieser wiederum erhält immer mehr Elemente aus dem intersektionalismus

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