Rede für die Demo “Allen Kinder beide Eltern” in Köln (2017)

Diese Rede habe ich anlässlich der Veranstaltung des Väteraufbruchs für Kinder vom 10. Juni 2017 in Köln am Domplatz gehalten. Ich habe diese weite Reise auf mich genommen, weil es mir wichtig war zu zeigen, dass man keinen Aufwand scheuen, Differenzen beiseite legen sollte, damit man ein Zeichen setzen kann. Gleichberechtigung, in welchen Bereich auch immer, kommt nicht von allein,  Menschenrechte verteidigen sich nicht von selber. Es braucht Menschen die dafür einstehen, die kommen, wenn sie gerufen werden.
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Als Dennis mich aufforderte, doch eine Rede zu verfassen für die Demo habe ich gerne zugesagt. Alles was einen Beitrag leistet, diesen Event zu bereichern, ist hilfreich, war mein Gedanke. Aber als ich so nachdachte über das was ich sagen sollte, so im fernen Wien, erkannte ich recht schnell, dass es sicher kein glühender Aufruf zur einen Aufstand gegen das ekelerregende Entsorgungssystem sein wird. Weil ich nicht so ein Mensch bin mit diesem brennenden Herzen, der nötig wäre für so etwas. Ich bin lediglich jemand der euch beistehen will, der sich einreiht in die Menge derer, die den entrechtenden Vätern, genauer allen entsorgten Elternteilen helfen wollen. Und daher anstatt eine flammende Rede zu halten, will ich nur meine Gedanken äußern zu diesen Problemen wegen denen wir alle da sind.
Eine wichtige Anmerkung aber zuerst. Ihr die ihr hier steht in diesem Augenblick, ihr seid Helden und Heldinnen. Kein Scherz. Das ist ganz ernst gemeint, All ihr Männer und Frauen die ihre Stimme erhoben habt für die Rechte aller Kinder, ihr seid wirklich heldenhafte Menschen.. Egal von wo ihr kommt, welche Hautfarbe ihr habt oder Geschlecht. Es ist allein die Tatsache, dass ihr jetzt hier steht und dieses FamilenUnRecht aufzeigt, die euch dazu macht. Einige von euch sind besonders zu nennen, denn sie haben erst mit ihrem Fleiß und Einsatz im Vorfeld möglich gemacht, dass diese Veranstaltung Wirklichkeit wird. Die Menschen des Väteraufbruchs für  Kinder Köln und viele andere. Danke dafür.

Vereint sind wir alle im Ziel allen Kindern eine Zukunft zu geben in der sie beide Eltern haben, Halbe/Halbe nicht nur vor, sondern auch nach einer Trennung. Ihr seid Heldenmenschen egal ob ihr zu Hundert dort steht oder es Tausende wären. Ihr habt diese Zeit investiert und manche haben stundenlange Anfahrten auf sich genommen. Wir alle wollten ein Zeichen setzen.
Wir können sicher sein, dass genau das passiert ist. Und darauf dürfen wir auch etwas stolz sein. Spendieren wir uns für diesen gemeinsamen Erfolg ein wenig Applaus.

Was wollen wir? Das Ziel einer fairen Zukunft für uns und unsere Kinder rückt in immer greifbarere Nähe. Ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel vollzieht sich. Ein gesellschaftspolitischer Umschwung bahnt sich an. Aber wo Änderung ist, da ist auch Widerstand gegen die Veränderung. Daher versucht man jetzt diesen notwendigen Wandel zu hemmen und wenn möglich zu stoppen. Heuchlerisch stimmt man zu, dass Elternteile gleichberechtigt sein sollen. Natürlich was sonst. Man fordert, dass Kinder ihre Eltern möglichst zu gleichen Teilen haben sollen, aber) … man besteht darauf, dass diese neue Modell nur nach sorgfältigster Prüfung und nur im Einzelfall herangezogen werden soll. Man wird dafür sorgen, so versprechen diese Betrüger, dass vor Gericht diese Wahl möglich wird für den vom Kind getrennten Elternteil, meist den Vater. Das ist die neueste politische Masche um sich Stimmen zu ergaunern, da man erkannt hat, dass hier ein Wählerpotential brach liegt und latent sich immer mehr Unmut ausbreitet.

Mich empört dieser Versuch sehr. Nein mehr! Er macht mich richtig wütend, da es bedeutet, dass diese Geschlechtsideologen&innen in diesen Parteien uns, und besonders Väter und Männer für zu blöd halten, das zu durchschauen. Ich bin sicher euch geht es genauso mit diesem Schwindel Auch in euch kocht der Ärger über so ein plumpes Täuschungsmanöver. Ist es nicht so?

Man sagt den Vätern, jetzt würde man dafür sorgen, dass sie verlangen können vor Gericht diesen Umgang mit dem Kind zu bekommen. Versprochen! Hoch und Heilig. Verbrieftes Recht würde das sein.
Mir kommt das so vor als ob man den Frauen, im vorigen Jahrhundert vor der damaligen umfassenden Eherechtsreform, gesagt hätte: “He, ihr braucht gar keine Befreiung von der Bevormundung durch eure Ehemänner. Wir haben da für euch ganz was anderes, ganz Tolles für euch. Ihr könnt jetzt vor Gericht gehen und einklagen, dass ihr außer Haus arbeiten wollt! Wir schaffen eine gesetzlich abgesicherte Grundlage dafür und nach einer genauen Einzelfallprüfung bei der natürlich auch der Wunsch eures Ehemanns miteinbezogen wird, kann es sein, dass ihr euch dann bei Firmen vorstellen dürft. Was sagt ihr dazu? Super, was?”
Gar nicht super. So ein Trottel der das in dieser Zeit von sich gegeben hätte, wäre wahrscheinlich von den Frauen mit nassen Handtüchern davon geprügelt worden. Derzeit aber glaubt man damit Stimmen fangen zu können. Sie können es gern versuchen. Aber ich lege schon mal ein Handtuch bereit.

Nein, so ein Sand-in-die-Augen-streuen braucht niemand. Die Lösung für die Vermeidung des Vaterverlusts, genauer der Entbehrung eines Elternteils, für unzählige Kinder ist eine andere. Es ist eine Idee die langsam Fuß zu fassen beginnt. Die Doppelresidenz. Dieses Modell soll der Standard an den Familiengerichten werden. Jedes Kind hat das Recht auf gleichberechtigten Umgang mit den Elternteilen und die Elternteile ein Anrecht auf gleichberechtigten Umgang mit dem Kind. Beides ist ein Menschenrecht. Die Doppelresidenz bewahrt dieses. Die Eltern haben gemeinsam zu entscheiden, was das Beste für ihr gemeinsames Kind ist. Wenn sie zu keiner anderen Übereinstimmung gelangen, dann hat das Gericht dieses Modell als Ausgangspunkt weiterer Überlegungen zu nehmen. Nur wenn ein Elternteil oder das Gericht selbst nachweisen kann, dass dem Kind dadurch Schaden zugefügt würde und es die Gesamtsituation unzumutbar beeinträchtigt, kann davon mehr oder weniger abgewichen werden. Nicht mehr länger tränenreiche Abschiede von einem der Elternteile, weil das Kind es nur kurz gesehen hat und jetzt lange Zeit nicht mehr wiedersehen wird. Ihr kennt alle diese tieftraurigen Momente. Nein, anstatt dessen wechselt es einfach nach altersgerechter, vertretbarer Zeit periodisch von einem Heim ins andere. Und in jedem Heim erwartet ein glückliches Elternteil das Kind, das sich ebenso freut Papa oder Mama wiederzusehen. Dafür haben die Eltern ihre Arbeitszeit sorgfältig zu planen, da sie beide dafür Sorge tragen müssen, dass auch die finanzielle Basis dafür stimmt. Nicht anders als es in bestehenden Beziehungen auch der Fall ist. In jeder Ehe ist das so. Das ist fair, nur das wird allem gerecht.

Aber es entsteht noch mehr Gutes daraus. Das Kind hat eine Heimat, hat Freunde, hart Verwandte, den Kindergarten den es besucht oder Hort und Schule in die es geht. Dies ist die Umgebung in der es aufwächst. Solange nicht beide Eltern entscheiden dies gemeinsam zu ändern, wird es diese Vertrautheit nicht verlieren. Wieder nicht anders als in bestehenden Beziehungen auch. Solange sich die beiden einig sind, können sie einen neuen Lebensmittelpunkt suchen. Aber die Regel hier in diesem neuen Standard ist, dass wenn ein Elternteil allein beschließt weggehen zu wollen, kann es das zwar jederzeit tun, niemand nimmt diesem die Bewegungs– oder Reisefreiheit, nur das Kind bleibt wo es bisher war, wo es sein gewohntes Umfeld hat und den Elternteil der mit ihm dort bleiben möchte. Das Kind wird nicht weggerissen aus dem was ihm so vertraut ist und erlebt so die Beständigkeit die so wichtig ist. Muss sich nicht in herzzerreißenden Szenen von der engsten Freundin unter Tränen verabschieden. wird nicht dazu missbraucht, den Egoismus einer erwachsenen Person mitzutragen.

Genau diese schwerwiegenden Argumente waren ausschlaggebend, warum der Europäische Rat die einstimmige Entscheidung getroffen hat, dass die Doppelresidenz, das geteilte Zuhause für ein Kind, der Standard werden soll in allen siebenundvierzig Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Vor dieser Entscheidung hat der Rat hunderte von Studien gesichtet und die Ergebnisse der Forschungen in allen Mitgliedsländern ausgewertet zu Chancen und Risiken der Doppelresidenz, wo sie bereits existiert, Nach all dem hat der Europarat in der Resolution 2079 beschlossen, sowohl die Cochemer Praxis zur Konflikteindämmung nach einer Trennung von Eltern als Standardmethode einzuführen und das Doppelresidenzmodell ebenfalls zur gesetzlichen Richtschnur zu machen, unabhängig davon ob ein Elternteil sich diesem aus rein egoistischen Gründen oder selbstsüchtigen Motiven verweigert. Da diese fortschrittliche Betreuungsform dem Kindeswohl weltweit am besten entspricht.

Und hier stehen wir nun.  Das ist was wir wollen. Gleiches Recht für alle. Für Frauen, für Männer und am meisten für unsere Söhne und Töchter. Sie sind unsere Zukunft und sie lieben wir über alles. Für sie kämpfen wir. Für unsere Kinder

 

 

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