Anti-Rassismus, Anti-Volkstümlerisch, Anti-Sexismus und Anti-Misandrismus

All diesen Begriffen die hinter Anti stehen, ist eines gemeinsam. Sie machen aus einem Teil der Menschheit was besonderes und damit zwangsläufig aus einem anderen Teil etwas minderwertiges.  Wer Rassismus propagiert sieht sich als besser aufgrund Abstammung, wer volkstümelt sieht die Herkunft, den Ort der Geburt als heraushebend, wer Sexismus pflegt glaubt ein Geschlecht hätte herausragende Vorzüge.  Alle Antis sind aber sehr allgemein und ohne konkreten Bezug.  Bei Misandrismus ist das anders.

Aber zuerst noch eine Abgrenzung. Einige nennen sich Anti-Feministen, weil sie finden, der Feminismus ist eine sehr negative gesellschaftliche Erscheinung unserer Gesellschaft. Ich bin das nicht, ich halte es für verfehlt, einen AntiFeminismus zu pflegen. Denn in jedem Fall schafft man so die gleiche pauschale Geiselhaft für Menschen wie sie bei Männern vorgenommen wird. Feminismus ist erst mal nichts anderes als Kampf für Frauenrechte, der auf eine ideologische Basis gestellt wurde. So wie Kommunismus den Kampf für Arbeiterrechte einen weltanschaulichen Rahmen verliehen hat. Kommunismus kann man durchaus als Ganzes ablehnen, weil man glaubt das “Enteignung” und “Verstaatlichung” (auch Vergesellschaftung genannt) die primären Ziele sind. Aber was beim Kommunismus noch relativ einfach ist, gerät beim Feminismus zur Farce. Einig ist diese Bewegung sich nur in drei Punkten.
1) das es sich beim bisherigen Gesellschaftssystem um eine strukturelle Unterdrückung eines Geschlechts gehandelt hat/handelt, genannt “Patriarchat”.
2) Das “FrauSein” alle Frauen auf diesem Planeten verbindet, quasi damit eine “Schwesternschaft” bilden.
3) Die Bewertung der Kategorie “Geschlecht” als alles entscheidendes Merkmal, das darüber befindet, ob sich Menschen einem privilegierten Teil der Menschheit zugehörig fühlen sollten oder einem diskriminierten.

Alle diese Punkte werden aber völlig verschieden betrachtet. Für eine nicht so kleine Zahl von Feministinnen, ist das Patriarchat bereits am Ende in unseren Ländern und es muss geschaut werden ob sich nicht eine Tussikratie bildet, die wiederum die Freiheit der Frauen einengt. Für andere ist es noch immer voll ausgebildet und an allem schuld.
“FrauSein” sehen die einen als soziales Konstrukt das ebenso wie “MannSein” dekonstruiert werden muss, andere sehen eine klare Verschiedenheit aufgrund der Biologie und manche (auch nicht so wenige wie z.B: Frau Schrupp) wollen die Menschheit gleich in “schwanger werden könnende” und “die es sicher nicht können” zerlegen, weil sie so vermute ich, heimlich das “friedvolle, harmonische” Matriarchat herbeisehnen.
“Geschlecht” wird ebenfalls heiß diskutiert, da diese Kategorie nicht nur höher bewertet wird als Menschsein (Siehe: Beschneidungdebatte, FGM ist strikt verboten, MGM weltweit erlaubt) sondern es auch auf alle Bereiche angewandt wird, was zu sehr eigenartigen Resultaten führt, bei denen sich dann die Feministen in die Haare kriegen, “wie das jetzt wieder zu interpretieren ist”.

Also es gibt keinen Grund für Anti-Feminismus. Das ist etwa so sinnvoll, wie ein Anti-Verschwörungstheoretiker zu sein. Oder Anti-Religiöser. Ja kann man sein. Man darf sich aber auch nicht wundern, wenn dann alle Gläubigen sagen: “Mit dem rede ich nicht”.

Ich habe einen anderen Ansatz gewählt. Wer Jungen und Männer pauschal abwertet und in geschlechtliche Geiselhaft nimmt, wer die Unschuldsvermutung zum Schutz der Frauen abschaffen möchte, wer von einer Männerherrschaft faselt, wer glaubt Frauen seien das fähigere Geschlecht, der ist mein Gegner, den ich mit aller Kraft bekämpfe. Es ist diese systemische Männerfeindlichkeit, der Misandrismus. Feminismus ist mir eher egal, da dieser sich wie der Kommunismus am Ende selbst widerlegen wird, weil “Geschlecht” die gleiche Qualität hat wie “Volk, Nation”. Das ist auf Dauer keine sinnvolle Einteilung. Aber die Idee des Menschen aufgrund eines Geburtsmerkmals besser sind, aber unterdrückt und andere minderwertig aber machthabend und gefährlich, war schon mal da. Und daher stellt Misandrismus sich für mich als echte Gefahr dar, denn hier steht nicht mehr der “Volksgedanke” dahinter, sondern “Rasse” d.h. Schlechtigkeit ist dem männlich zur Welt gekommenen Menschen angeboren.

Daher bin ich leidenschaftlicher Anti-Misandrist. Allerdings ist es wie überall, wenn man Anti ist. Man muss aufpassen, dass man nicht überall anfängt Misandristen  und Misandrismus zu sehen. Aber diese Menschenverachtung bezogen auf ein Geschlecht zeigt sich schon recht oft. Und dort wo man diese sieht sollte man auch dagegen auftreten, so gut man kann.
Und hier sind alle aufgerufen,die Menschenrechte als etwas Unteilbares ansehen, gegen diese Tendenzen etwas zu tun. Die so wie ich, alle Menschen dieser Erde als eine Einheit betrachten, verschieden im Aussehen (#wurst, ob ober- oder unterhalb der Gürtellinie),  geboren an verschiedenen Orten, stammend von verschiedenen Vorfahren, aber ALLE gleich an Rechten.

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